LETS Tauschsysteme:

Der Talente-Brunnen basiert auf dem LETS-System:
Wir verstehen uns als ein nachbarschaftliches Tauschsystem, als eine Selbstinitiative auf Gegenseitigkeit.
Der Begriff 'LETS' bedeutet
Local Exchange Trading System - Lokales Tauschhandelssystem.
Tauschkreise gibt es inzwischen auf der ganzen Welt, in Deutschland über 400. Der Tausch von Dienstleistungen und Dingen zwischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird in einer Zeitwährung bewertet.

Eine Stunde entspricht 20 Talenten. Jede Art von Dienstleistung wird gleichwertig nach ihrem Zeitaufwand verrechnet.
Eine Stunde geleistete Arbeit ist überall auf der Welt eine Stunde Arbeit!

Geschichte der LETS-Tauschsysteme

Die folgenden Ausführungen basieren auf der ausführlichen Darstellung der Geschichte der LETS-Tauschsysteme von Lutz Jaitner(Obelio, Tauschring Freising und Umgebung). Wir bedanken uns für seine freundliche Genehmigung, dies zu referenzieren.

Tauschen ist nichts Neues

Getauscht wird schon seit Urzeiten. Man kann sich vorstellen, dass die Urmenschen bereits beim Aufkommen des Eigentumsbegriffs und der Arbeitsteilung begannen, miteinander zu tauschen: Nicht jeder kann alles selber produzieren; nur durch Eintauschen der selbst-produzierbaren Sachen gegen die Produkte anderer, kam der eiszeitliche Homo Sapiens an alle lebensnotwendigen Güter.

Aber Tauschen ist gar nicht so einfach! Man stelle sich einen Marktplatz vor, auf dem Bauern ihre Produkte zum Tausch anbieten: Wenn die Marktfrau mit den Hühnern nicht bereit ist, als Gegenleistung meine Kohlrabi zu nehmen, weil sie zur Zeit nur Mais gebrauchen kann, wie bekomme ich dann ein Huhn für meine Suppe?

Der skizzierte bilaterale Tausch funktioniert so schlecht, dass er bereits zu Urzeiten durch multilateralen Tausch ersetzt wurde. Dabei muss sich die Gemeinschaft auf ein oder mehrere Tausch- bzw. Zahlungsmittel einigen, mit dem alle Güter und Leistungen bewertet und vergütet ('bezahlt') werden. Im weiteren Verlauf dieses Textes ist mit „Tausch“ immer der multilaterale Tausch gemeint.

Zu den verschiedenen Zeiten und in den verschiedenen Gesellschaften haben die unterschiedlichsten Dinge als Tauschmittel gedient: Vieh, Getreide, Sklaven, gebrannte Tontäfelchen mit eingeritzem Anspruch auf einen Warengegenwert, Muscheln, Edelmetallstücke, Papierscheine, geprägte Münzen, Bankwechsel, gespaltene Kerbhölzer u.s.w..

Rückbesinnung auf alternative Tauschmittel

Der heutige Geldmarkt ähnelt einem Hamsterrad ohne Ausgangstür für die arbeitenden und arbeitssuchenden Menschen. Es ist deshalb kein Zufall, dass sich zunehmend Tauschsysteme bilden und entwickeln, in denen die Teilnehmer ihre Tauschleistungen gegenseitig verrechnen, ohne dafür Geld zu benutzen.

In Deutschland hat sich für diese Tauschsysteme der Begriff 'Tauschringe' eingebürgert. Im englischsprachigen Raum werden diese als 'Local Exchange Trading Systems (LETS)' bezeichnet. Die Italiener nennen das 'Banche del Tempo' (Zeitbanken), während die Franzosen das 'Systèmes d'Echanges Locaux (SEL)' nennen.

Tauschringe sind entstanden als eine Reaktion auf die zunehmende Geldverknappung in der Bevölkerung und daraus folgender eingeschränkter Möglichkeiten bei der Sicherung des Lebensunterhaltes.
Das erste LETS wurde ab 1983 von Michael Linton betrieben: Das Comox Valley LETS in und um Courtenay, Britisch Columbia (Vancouver Island), Kanada. Sein Verdienst ist es, zwei neue Elemente in die Tauschringe eingeführt zu haben:
Die Tauschzentrale, wo jeder sein eigenes Konto bekam, und eine Marktzeitung, in der die Mitglieder ihre Angebote und Gesuche veröffentlichen konnten.

Nach Michael Linton müssen sieben Kriterien erfüllt sein, damit man ein Tauschnetzwerk als LETS bezeichnen kann:

  1. Es ist ein Non-Profit-System
  2. Bargeld wird weder ein- noch ausgezahlt
  3. Jeder beginnt sein Konto mit einem Null-Saldo
  4. Es gibt keine Kosten oder Einnahmen aus Zinsen
  5. Es besteht kein Zwang, etwas zu kaufen oder zu verkaufen
  6. Die lokale Verrechnungseinheit ist wertmäßig an die Landeswährung gekoppelt
  7. Innerhalb des Teilnehmerkreises werden die Kontostände und Umsatzvolumen offengelegt
Tauschringe in Deutschland

Die Formen, Marktregeln und Gewohnheiten der rund 350 deutschen Tauschringe in Deutschland sind derart unterschiedlich, dass ein überregionales Tauschen zum Teil erheblich erschwert ist. Dies war einer der Gründe dafür, den überregionalen Tauschring AcrossLETS mit einer eigenständigen Tausch'währung' ins Leben zu rufen. Die überregionalen Tauschaktivitäten bieten sich für Tätigkeiten wie z. B. Korrekturlesen, übersetzungen, übernachtungen, Ferienwohnungen, Mitfahrgelegenheiten oder Umzüge von Tauschringmitgliedern an.

Mittlerweile haben sich Tauschringe überall auf der Welt etabliert, auch bei unseren Nachbarn in der Schweiz, in Italien, in Frankreich und in österreich. Eine Aktuelle Link-Liste zu mehr als 500 Tauschorganisationen und Informationsquellen zum Thema Geld-Alternativen findet sich unter LETS-Links Westeuropa.

In Deutschland gibt es zwischen Rostock und Heitersheim, Wilhelmshaven und Regensburg mehr als 400 Tauschringe mit über 40.000 Mitgliedern! Ein Adressverzeichnis von vielen dieser Systeme findet sich unter Tauschringadressen.

..... mehr unter Obelio Inserats- und Abrechnungsdienst für Tauschringe